Da ich gerade nichts besseres zu habe, hier mein erster Versuch im „stream-of-consciousness-Schreiben“ oder wie immer es auch heißen mag. Bin gerade einerseits zu faul genau nachzuschlagen, wie der „Fachterminus“ dafür lautet, andererseits wäre es gerade jetzt logischerweise auch reichlich kontraproduktiv. Das „nichts besseres zu tun“ bleibt allerdings noch genauer einzugrenzen: Ich habe zwar eine sehr genaue Vorstellung, genaugenommen sogar ganz viele Vorstellungen davon, was ich jetzt lieber tun würde, bin aber gerade in der unglücklichen Lage das nicht ohne weiteres in die Tat umsetzen zu können…. Das bleibt mal lieber so elliptisch!
Im Vorfeld war ich versucht, wieder die eine oder andere Episode aus der Muckibude zu erzählen. Das soll aber erstmal herausgezögert sein, da ich momentan sowieso den Eindruck habe, dass das Thema deutlich zuviel Zeit, Energie und Hirnschmalz beansprucht. Körperlich gesehen bin nämlich zweifellos fitter („fit“ hat doch bestimmt auch eine passende deutsche Entsprechung…) den je. Dementsprechend bin ich eher geneigt, etwas mentale Ertüchtigung zu betreiben.
Genau dieses „demensprechend“ ist etwas, mit dem ich mich unlängst etwas länger auseinandergesetzt habe: Auslöser war auch hier körperliche Betätigung, genauer genommen Joggen. Joggen an einem der Tage, an dem selbst die am wenigsten Wetterfühligen und Gesündesten Zeitgenossen über Kopfschmerzen klagen. Sollte auch erwähnt sein, dass das letzte Mal Joggen meinerseits zu dem Zeitpunkt gut ein halbes Jahr zurücklag. Zusammengenommen also nicht die besten Bedingungen.
Zudem hatte ich eigentlich deutlich mehr Lust, noch auf zwei Stündchen in die Muckibude zu gehen und mich dort zu verausgaben. Aber irgendwann in den letzten Jahren scheine ich einen ziemlich fragwürdigen Generalismus-Zwang entwickelt zu haben: Ich bin gut im Gewichte heben, ich hab Spaß dran, es tut mir in jeder Hinsicht gut, also gehe ich mal Joggen, was ich eigentlich wie die Pest hasse. Solcherlei „Logik“ findet man sonst nur in der Quantenphysik, glaube ich.
Aber um das Thema direkt nach dem Anreissen auch direkt zum Abschluss zu bringen: Das Gegenteil vom Fachidiotentum zu kultivieren ist zweifellos erstrebenswert, bzw. entspricht definitiv meinem eigenen (Wunsch-)Bild von mir selber. Gerade am Beispiel des letzten Jogg-Versuches ist mir aber klar geworden, dass man sich bei persönlicher Entwicklung allein zeitlich irgendwann zumindest zeitlich überstreckt. Und im schlimmsten Falle gar irgendwo einreißt…
(Moment, mal eben Kippe drehen…)
Wenn auch nur noch fünf Minuten der vorher gesetzten Zeit für dieses Schreib-Experiment verbleiben und ich ursprünglich nicht über das Schreiben schreiben wollte: Erstaunlich, wie viel Befriedigung Schreiben zu liefern imstande ist. Diese Seite Text dient keinem Zweck, macht mich aber trotzdem ein gutes Stück zufriedener als ich es vor zwanzig Minuten noch war…
Ah! Das bringt mich auch direkt wieder zu dem Thema auf das ich noch eingehen wollte.
Produktiv-Sein als Voraussetzung von Zufriedenheit setze ich offensichtlich als gegeben voraus. Zumindest bei mir selbst. Konsumieren in seinen vielen Formen allein macht mich langfristig nicht glücklich. Interessanterweise scheint das aber bei vielen anderen Menschen nicht der Fall zu sein. Sieht so aus, als ob tatsächlich schon jetzt, in der Gegenwart, und nicht erst in einer dystopischen, von Mega-Konzernen regierten Science-Fiction-Welt ein großer Teil der Bevölkerung in erster Linie eine Ausbildung genießt: Die zum Konsumenten.
Bin ich ein Relikt, Marv?