Archive for the 'Weltschmerz' Category

Der Teufel!

Posted in Meta, Weltschmerz on August 24th, 2007

Den sprichwörtlich oben genannten werde ich tun, bevor ich hier anfange was davon zu faseln, wie unglaublich leid es mir tut, so lange nix mehr gepostet zu haben (Dieser Liste nach auch einzustufen als zu vermeidendes Blogging-Cliche).
Bin nämlich gerade in der glücklichen Lage, nichts von dem, was ich in den letzten drei Monaten so trieb, bereuen zu müssen. Der endlich geglückte sowie konsequent angegangene Umstieg von Windows auf Debian Linux (Lenny) ist insofern erst der Anfang. Ok, zugegeben, eines bereue ich doch: An dieser Stelle sei nur gesagt, dass ich wieder mal meinte, etwas besser als mein Instinkt zu wissen und dafür direkt abgestraft wurde. Aber auch hier gilt wieder, dass die Betrachtung aus der Perspektive des Zuwachses von Lebenserfahrung das Ganze deutlich weniger bereuenswürdig darstehen läßt.

Details? Die Tage mal.

Irgendwas bleibt immer liegen

Posted in Weltschmerz, Laxes Leben, Unität on June 29th, 2007

“[…] The legal prohibition against private inurement through the nondistribution constraint allays suspicions that nonprofits will misuse such resources deliberately. […]”

Solcherlei momentan ad nauseam.

Zudem noch Pech im Spiel… Kurzum: Ausgelastet.

Einen AN der Pfanne!

Posted in Weltschmerz on May 23rd, 2007

Das Verbrennungen der Haut prinzipiell die schmerzhaftesten Verletzungen sind, die man sich zuziehen kann, ist mir von Kindesbeinen an geläufig. Zumindest als kühle (!), rein intellektuell gespeicherte Information. Ikea sei Dank ist mein Bezug zu dieser Information um eine emotionale und eine physische Dimension gewachsen:

In der Designabteilung des großen schwedischen Möbelhauses scheint man anzunehmen, dass besonders kleine Pfannen auch nur von besonders kleinen Menschen mit ebensolchen Händen benutzt werden. Demnach ist der Pfannengriff ungünstigerweise gerade groß genug, um vier großen Fingern Platz zu bieten. Wenn Mensch nun aber im großen Brat-Eifer eben jene Pfanne wirklich im Griff haben will, bedient Mensch sich natürlich seines großartigen, opponierbaren Daumens. Für den ist aber just kein Platz auf dem Griff. Daumen also auf Pfanne.

Aua.

Eigentlich hatte ich angenommen, das nächste mal den Tränen nahezukommen durch den Verlust eines nahestehende Menschens. Es war dann doch, trotz aller Schmerz- und Hitzetoleranz, ein einziger Quadratzentimeter verbrannter Haut.

Steilvorlage

Posted in Weltschmerz on May 12th, 2007

In der gestrigen 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau war Günther Beckstein dabei zu bewundern, wie er folgende Aussage zum Thema “Killerspiele” tätigte:

“[…] Es reicht aus meiner Sicht nicht aus, zu einer Indizierung zu kommen, sondern wir brauchen ein gesetzliches Verbot, weil man nur dann die Möglichkeit hat es auch letztlich auch aus dem Internet herauszubringen.” (eigene Transskription)

Herr Beckstein meint also, dass sich die Verbreitung von Killerspielen über das Internet mittels eines gesetzlichen Verbotes eher unterbinden lässt als durch bloße Indizierung. Das finde ich nachvollziehbar.

Nicht nachvollziehbar ist für mich aber, wie schlecht informiert Herr Beckstein über das Internet zu sein scheint. Wie viele Mitarbeiter und Berater ein bayrischer Innenminister genau hat, entzieht sich leider momentan meiner Kenntnis. Meiner Vorstellung nach werden es aber durchaus eine handvoll sein; jeder Einzelne sicherlich integer, fleißig und kompetent. Wie es trotzdem dazu gekommen sein mag, dass augenscheinlich niemand Herrn Beckstein über die technischen Eigenschaften und Möglichkeiten des Internet informiert (neudeutsch: “gebrieft”) hat, finde ich erstaunlich…

Demnach möchte ich es hier nochmal in alle Kürze und Klarheit verlauten lassen:
Herr Beckstein, es liegt nicht in ihrem Handlungsspielraum, auf die Inhalte des Internet Einfluß zu nehmen!

In|grimm, der; -[e]s (geh. veraltet): Zorn.

Posted in Weltschmerz on March 21st, 2007

Vor einer Woche war es auch in Münster schließlich soweit: Die WWU erhebt mit Beginn des kommenden Wintersemesters allgemeine Studiengebühren in Höhe von 275€ pro Semester. Obwohl der Senatsentscheid mit knapper Mehrheit fiel und 275€ im bundesweiten Vergleich recht wenig sind, bin ich trotzdem stinkwütend.
Warum ich so wütend bin? Das will ich gerne erklären:

Studiengebühren sind bildlich gesprochen die Spitze des Eisberges für mich. Zwar habe ich einen Nebenjob, der durch die Studiengebühren durchschnittlich „nur“ zwei Stunden in der Woche mehr beanspruchen wird. Doch widme ich diesem Nebenjob bereits jetzt wöchentlich zwischen 10 und 20 Stunden um über die Runden zu kommen. Dass ich gleichzeitig bei geradlinigem „Durchstudieren“ nach meiner Bachelorstudienordnung bereits „Vollzeit“ beschäftigt wäre, ist ein eigenes Thema…

Hinzu kommt die bestenfalls verwirrende, schlimmstensfalls miserable Organisation der neuen Bachelorstudiengänge. (Die allein wäre einen eigenen Artikel wert.) Zugegeben: Sich zu einem Studium zu entschließen, heißt gleichzeitig sich sehr selbstständig um die Organisation der eigenen Ausbildung zu bemühen, also Eigenverantwortung zu übernehmen. Wußte ich vorher, wollte ich so haben, beklage mich also auch nicht drüber. Aber muß aus dieser Eigenverantwortung folgen, dass man/frau beim Besuch einer Hochschule von Staat und Gesellschaft zunehmend allein gelassen wird? Genau dieses Gefühl beschleicht mich zumindest immer mehr.

Wenn ich daraufhin noch lesen muß, dass innerhalb Deutschlands 1,2 Millionen Arbeitsplätze nicht besetzt werden können, weil es den potenziellen freien Arbeitsnehmern an Qualifikation fehlt, bin ich endgültig verwirrt. Ich bemühe mich doch, mich zum hochqualifizierten Teilnehmer am Arbeitsmarkt auszubilden. Ich bin doch auch willens und fähig, meinen Teil zur Gesellschaft beizutragen. Warum werden mir dann trotzdem Studiengebühren aufoktroyiert?

Ich würde gerne in klaren, eindeutigen Worten hören, daß dieser Staat mich eines Hochschulbesuches nicht für würdig hält aufgrund meiner Ideologie, meiner Herkunft und dem Einkommen meiner Eltern nach. Oder aber mir klar macht, daß ich auf jeden Fall weiter studieren und letzten Endes nicht nur mich, sondern auch dieses Land nach vorne bringen soll. Natürlich sollte es dann nicht nur bei diesen Worten bleiben, viel mehr als die Vorstufe entsprechenden politischen Handelns können sie ja schwerlich sein. Sie könnten aber wenigstens meine Verwirrung lindern. So wie es ist, bin ich aber verwirrt und verunsichert. Je nach Gemüt reagieren Menschen darauf langfristig auf zweierlei Arten: Manche resignieren, andere werden wütend.

Ich gehöre zu Letzteren.

OMG Ponies!

Posted in Weltschmerz on February 16th, 2007

Infolge meiner Affinität zu allem Bärigen bzw. Bärenhaften versuche ich seit geraumer Zeit, entsprechenden Silberschmuck in Form eines Anhängers, Ringes o.Ä. aufzutun…
…vergeblich! Die allergrößtenteils beim statistisch langlebigeren Geschlecht zu verortende Nachfrage für solcherlei Körperornamente führt zwar zu einem krassen Überangebot an kitschigen Teddies (Ponies, Delfinen, Miezekätzchen…), nicht aber zur Produktion von etwas, für das ich auch nur 3€ auszugeben bereit wäre.
Grrr!

23!

Posted in Weltschmerz on January 3rd, 2007

01.01.2007
Zigarettenkauf am Automaten macht Altersnachweis mittels EU-Führerschein oder EC-Karte notwendig.

26.03.2007
Irgendwo in einem schlecht beleuchteten, verqualmten Konferenzzimmer in Frankfurt a.M. besiegeln Vertreter des Bundes Deutscher Tabaksautomatenaufsteller und des Deutschen Krankenkassenverbundes bei einem Glas Cognac mit selbstgefälligem Grinsen einvernehmlich ihre neuste Übereinkunft.
Die entsprechende Pressemitteilung verläßt gegen 20:00 Uhr das Haus. Zeitgleich beschleicht mich das Gefühl, als ob die Schatten in meiner Umgebung dunkler und länger werden, verwerfe das aber als Folgeerscheinung zu fettreichen Essens.

27.03.2007
Die Ministerin für Verbraucherschutz und der Bundesbeauftragte für den Datenschutz stehen für eine Stellungnahme bis auf weiteres nicht zur Verfügung.
Mein Unbehagen vom vorigen Abend ist längst verschwunden und vergessen.

09.12.2007
In einem Rundschreiben teilt mir meine Krankenkasse mit, daß sie sich in Folge einer Neubewertung meiner gesundheitlichen Risikofaktoren gezwungen sieht, meinen monatlichen Beitrag um 237% zu erhöhen, wirksam mit 01.01. des kommenden Jahres. Anbei finde ich eine Broschüre, die mich über die Unterstützung meines Hausarztes und meines Apothekers bei der Überwindung von Nikotinsucht aufklärt.

10.12.2007
Nachdem ich in London den Flughafen verlassen habe, führt mich mein Weg direkt zum nächsten gut sortierten Tabakhändler, bei dem ich zwei kubanische Zigarren im Wert von umgerechnet 40€ erstehe. Nach einigen Stunden Busfahrt und einer halben Stunde Fußmarsch entzünde ich schließlich eine, um die andere respektvoll vor mir auf George Orwells Grab zu positionieren.

Empörung!

Posted in Weltschmerz on December 4th, 2006

Ursprünglich hatte ich mir ganz fest vorgenommen, es meinen Blogosphären-Mitbewohnern nicht nachzumachen und keinen Post zum Thema studiVZ zu schreiben, aber sei’s drum:
Ich muß zugeben, die anfängliche Begeisterung hat auch mich mitgerissen. Da ich aber einer von den Wenigen bin, die auf verantwortungsvolle und vertrauliche Behandlung ihrer Personendaten Wert legen, ergaben sich in letzter Zeit immer mehr Gründe meinen Account beim studiVZ zu löschen.
Was aber letztlich den Ausschlag gegeben hat für meinen Austritt dokumentiert YouTube hier und hier. Wer sich das vom Anfang bis zum Ende anzutun vermag, wird Zeuge von Annäherungsversuchen eines der studiVZ-Gründers an junge Frauen, die der Würde sowohl des Annähernden als auch der Angenäherten einen Abbruch tun.
Kurzum: Mein Austritt bei studiVZ und seine Veröffentlichung hier erheben keineswegs den Anspruch, Mündigkeits-Demonstration eines verantwortungsbewußten Konsumenten oder gar politische Stellungnahme zu sein. Ich versuche lediglich von Menschen, die ganz offensichtlich als antithetischer Idealtypus meiner Person gelten können, möglichst viel Abstand zu halten. Auch wenn es auf Kosten meiner Bequemlichkeit geschieht.

Tolle Quellen

Posted in Weltschmerz on November 20th, 2006

Nachdem Anstei so nett war, in #darl diesen Artikel von Spiegel-Online zu posten, bin ich auf was Kurioses gestoßen:

“[… ] Zudem sind vier Schüler - drei Jungen und ein Mädchen - zwischen zwölf und 16 Jahren angeschossen worden. Sie trugen Schusswunden in Brust, Bauch, Arm, Knie und Hand davon. Vier Schüler, die sich vor dem Amokläufer versteckt hatten, konnten die Einsatzkräfte befreien. […]”

Soso. Die Schüler haben also die Einsatzkräfte befreit. Lieber Autor, wolltest Du vielleicht eher Folgendes schreiben?

“[…] Vier Schüler, die sich vor dem Amokläufer versteckt hatten, konnten sich befreien und daraufhin die Einsatzkräfte alarmieren. […]”

Somit finde ich mich in meiner vormals eher diffusen Skepsis gegenüber Spiegel online nun endgültig bestätigt und verweise ganz unverbindlich auf das Online-Angebot der ZEIT
Zumindest scheint es, als wäre der betroffenen Emsdettener Schule ein deutlich größeres Desaster erspart geblieben. Vor allem da “lediglich” einer der fünf durch Schüsse Verletzten in Lebensgefahr schwebte. Die nicht nur in Computerspielen geübte Fähigkeit des Täters, bewegliche Ziele zu treffen, hätte meiner Meinung nach deutlich mehr Todesopfer fordern können. Zusammengenommen mit dem Gesamtumfang seiner Bewaffnung und der Fähigkeit gut ausgebildete Polizeibeamte durch Rauchbomben vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen, scheint dieser -horibilis dictu- glimpfliche Ausgang nicht nur durch Zufall erklärbar.
Trotzdem ist die Gefahr keinesfalls vorbei. Wie auch in vorherigen, ähnlichen Fällen, tun die Medien bereits jetzt wieder das Ihre, um die Öffentlichkeit zu vorschnellen Schlüssen zu verleiten:

    Der Täter war Counterstrike-Spieler, hat angeblich sogar seine Schule als Map nachgebaut.
    War Besitzer von “Gewaltvideos” (sprich: B-Qualität Horrorfilmchen)
    Hatte gegen Ende eine Vorliebe für “schwarze Kleidung und Springerstiefel”
    Hörte Death Metal.

Ja? Und? Inwiefern ist das Alles im Augenblick der Suche nach dem “Warum” sachdienlich? Das dient allenfalls dazu, Schlupflöcher für etwaige “Schuldige” bei der Suche nach der Verantwortung bereitzustellen. Die Schuld allein beim Täter abzuladen scheint inbesonders, da er sich bereits selber gerichtet hat, etwas platt. In diesem Sinne platt auch, unerwähnt zu lassen, dass der Täter scheinbar ein intelligenter junger Zeitgenosse war. Und genau so platt wäre es nun, die Schuld bei den gewaltverherrlichenden Computerspielen, den bösen amerikanischen Gewaltfilmen, schwarztragenden Jugendsubkulturen und mit Todesmotiven kokettierenden Musikrichtungen zu suchen.
Sinnvoller scheint es, wenn sich alle der Betroffenen gemeinsam darüber auseinandersetzen würden, wo in diesem Fall -und in allen weiteren- die Verantwortung und ihre Vernachlässigung lag und liegt. Betroffen sind dabei letztlich alle, deren Wunsch es bis heute ist, in einer Solidargemeinschaft zu leben, die sich nicht nur noch ausschließlich um die monetären Belange ihrer Mitglieder sorgt. Hier heißt das: Welche Rolle spielten Eltern, Geschwister, Lehrer, Mitschüler, ehemalige Freunde, Freunde, Mitspieler, Forennutzer und die noch weiter außen Stehenden wie “die Gesellschaft” und “die Medien”?

[Edit] Der Schwachsinn nimmt kein Ende:
tagesschau.de: Was kann man Ihrer Ansicht nach tun, um solche Taten zu verhindern?

Gallwitz: Einige Bundesländer, unter anderem Bayern, haben als Konsequenz aus dem Amoklauf von Erfurt Sicherheitsanalysen an Schulen und öffentlichen Gebäuden erstellt. Das finde ich sehr wichtig, weil die Polizei dadurch im Ernstfall schon im vornherein die Eckdaten abrufbereit hat.

Zweifellos ein beeindruckendes Beispiel für Verschwendung von Zeit, Energie und unseren hochheiligen Steuergeldern zum Zwecke der Symptombekämpfung.