Relikt
Posted in Unität on April 22nd, 2007Vor ein paar Tagen bin ich endlich dazu gekommen, meine Klausuren aus dem letzten Semester abzuholen und genau unter die Lupe zu nehmen. Wirklich interessant war daran nur, wie ich in einer gefühlsmäßig souverän geschriebenen Klausur ein saumäßiges Eregnis von 4.0 als Note erreichen konnte. Interne und externe Bewertung meiner Kenntnisse des Klausurstoffes klafften also erheblich auseinander. Da mir aber viel daran liegt, dass meine Selbsteinschätzung auf möglichst aktuellen und nachvollziehbaren Sachverhalten fußt, bestand Reflexionsbedarf.
Das Ergebnis: Meiner Einschätzung nach habe ich sowohl den richtigen Stoff (a) im richtigen Umfang (b) gelernt als auch diesen Stoff an der richtigen Stelle (c) sprachlich verständlich (d) reproduzieren können. Anlass zur Bemängelung kann den Korrigierenden also nur noch der Umfang meiner Ausführungen (e) gegeben haben. Wenn ich jetzt aber sicher bin, meine motorischen Fähigkeiten bezüglich der Schreibgeschwindigkeit voll ausgereizt zu haben, stellt sich eine interessante Frage:
Bin ich einfach zu sehr Grobmotoriker, sprich, kann ich bei Gewährleistung der allernötigsten Lesbarkeit einfach nicht schnell genug schreiben
ODER
ist es ein völlig sinnfreies Relikt, gelerntes Wissen durch Schreiberei mit Kugelschreiber auf Papier abzufragen, wenn der durchschnittliche Prüfling (ich) ganz zeitgemäß nur einen winzigen Bruchteil seiner Schreibarbeit mit diesen Utensilien erledigt?
(Womit einer der Vorteile eines eigenen Blogs gleich mitdemonstriert wäre: Man darf ungestraft Suggestivfragen stellen.)