23!

Posted in Weltschmerz on January 3rd, 2007

01.01.2007
Zigarettenkauf am Automaten macht Altersnachweis mittels EU-Führerschein oder EC-Karte notwendig.

26.03.2007
Irgendwo in einem schlecht beleuchteten, verqualmten Konferenzzimmer in Frankfurt a.M. besiegeln Vertreter des Bundes Deutscher Tabaksautomatenaufsteller und des Deutschen Krankenkassenverbundes bei einem Glas Cognac mit selbstgefälligem Grinsen einvernehmlich ihre neuste Übereinkunft.
Die entsprechende Pressemitteilung verläßt gegen 20:00 Uhr das Haus. Zeitgleich beschleicht mich das Gefühl, als ob die Schatten in meiner Umgebung dunkler und länger werden, verwerfe das aber als Folgeerscheinung zu fettreichen Essens.

27.03.2007
Die Ministerin für Verbraucherschutz und der Bundesbeauftragte für den Datenschutz stehen für eine Stellungnahme bis auf weiteres nicht zur Verfügung.
Mein Unbehagen vom vorigen Abend ist längst verschwunden und vergessen.

09.12.2007
In einem Rundschreiben teilt mir meine Krankenkasse mit, daß sie sich in Folge einer Neubewertung meiner gesundheitlichen Risikofaktoren gezwungen sieht, meinen monatlichen Beitrag um 237% zu erhöhen, wirksam mit 01.01. des kommenden Jahres. Anbei finde ich eine Broschüre, die mich über die Unterstützung meines Hausarztes und meines Apothekers bei der Überwindung von Nikotinsucht aufklärt.

10.12.2007
Nachdem ich in London den Flughafen verlassen habe, führt mich mein Weg direkt zum nächsten gut sortierten Tabakhändler, bei dem ich zwei kubanische Zigarren im Wert von umgerechnet 40€ erstehe. Nach einigen Stunden Busfahrt und einer halben Stunde Fußmarsch entzünde ich schließlich eine, um die andere respektvoll vor mir auf George Orwells Grab zu positionieren.

Lernprozess

Posted in Leibesertüchtigung on December 19th, 2006

Nach mittlerweile gut acht Jahren, in denen ich mich mit wechselndem Enthusiasmus mit dem Thema Krafttraining auseinandersetze, werde ich immer noch regelmäßig überrascht. So bin ich zwar schon vor längerer Zeit zu der Einsicht gelangt, daß für meine persönlichen Trainingsziele schrecklich un-hippe und altbackene Übungen wie Liegestütz, Klimmzug und Kreuzheben prinzipiell die geeignetsten sind. Doch konsequent zu Ende gedacht hatte ich das offensichtlich nicht, so daß ich mich unlängst in einer Situation wiederfand, die der Wikipedia-Artikel zum Bankdrücken angemessen umschreibt:

Der Trainierende muss nach einem Umstieg von der Multipresse auf das freie Bankdrücken letztendlich nochmals von vorne anfangen, da weder Hilfs- noch Stützmuskulatur auf das freie Bankdrücken eingestellt sind.

Sprich, es hatte mich zu einer recht gut besuchten Tageszeit ins Fitnessstudio verschlagen, so daß prompt beide Multipressen belegt waren und ich beschloß, auf das freie Bankdrücken auszuweichen. Mittlerweile ohne Zwang, Außenstehenden etwas beweisen zu müssen und wohl wissend um meine mangelnde Erfahrung bei der Durchführung dieser Übung begann ich fürs Erste mit der Hälfte des gewohnten Trainingsgewichtes…
…und hatte immerhin Kraft und Glück genug, mir nach der ersten Bewegungsausführung nur ein paar befremdete Blicke, nicht aber Verletzungen zuzuziehen.
Eine handvoll Wochen später habe ich meine “Hilfs- und Stützmuskulatur” immerhin so weit, daß ich besagte 60kg leidlich gut kontrollieren kann. Viel erfreulicher ist es aber, mich wieder einen guten Schritt von dem entfernt zu haben, was landläufig unter “Bodybuilding” verstanden wird, also hin zu einem Training, das auch jenseits des Fitnessstudios von Zeit zu Zeit einen echten Nutzen hat.

Empörung!

Posted in Weltschmerz on December 4th, 2006

Ursprünglich hatte ich mir ganz fest vorgenommen, es meinen Blogosphären-Mitbewohnern nicht nachzumachen und keinen Post zum Thema studiVZ zu schreiben, aber sei’s drum:
Ich muß zugeben, die anfängliche Begeisterung hat auch mich mitgerissen. Da ich aber einer von den Wenigen bin, die auf verantwortungsvolle und vertrauliche Behandlung ihrer Personendaten Wert legen, ergaben sich in letzter Zeit immer mehr Gründe meinen Account beim studiVZ zu löschen.
Was aber letztlich den Ausschlag gegeben hat für meinen Austritt dokumentiert YouTube hier und hier. Wer sich das vom Anfang bis zum Ende anzutun vermag, wird Zeuge von Annäherungsversuchen eines der studiVZ-Gründers an junge Frauen, die der Würde sowohl des Annähernden als auch der Angenäherten einen Abbruch tun.
Kurzum: Mein Austritt bei studiVZ und seine Veröffentlichung hier erheben keineswegs den Anspruch, Mündigkeits-Demonstration eines verantwortungsbewußten Konsumenten oder gar politische Stellungnahme zu sein. Ich versuche lediglich von Menschen, die ganz offensichtlich als antithetischer Idealtypus meiner Person gelten können, möglichst viel Abstand zu halten. Auch wenn es auf Kosten meiner Bequemlichkeit geschieht.

Mundraub? Wortklau? Nein…

Posted in Laxes Leben on November 22nd, 2006

…vielmehr völlig überflüssiger Zeitraub. Mittlerweile und auch auf absehbare Zeit bin ich vornehmlich an der Universität um zu studieren! Wenig förderlich dabei ist aber, sich zwischendurch immer und immer wieder mit so etwas beschäftigen zu müssen:

[…]
Desweiteren erhebe ich hiermit formal Einspruch gegen Ihren Bescheid vom 15.11.d.J.
Der Aufforderung, Ihnen bestmöglich bei der zur Prüfung meines BaföG-Antrages notwendigen Sachfeststellung behilflich zu sein, bin ich nachgekommen. Die von Ihnen im o.g. Schreiben als fehlend bezeichnete Bescheinigung über eine Exmatrikulation im bisherigen Studiengang war ich nicht in der Lage Ihnen zukommen zu lassen, da mir eine solche bis dato nicht vorliegt.
Angesichts eines bloßen Wechsels des Studienganges vor Ort, sprich, einer erneuten Immatrikulation in Münster, erscheint mir das als Außenstehendem sinnvoll und nachvollziehbar.

Da Ihnen alle weiteren Unterlagen, darunter auch die Immatrikulationsbescheinigung im neuen Studiengang, in aktueller Form vorliegen, bitte ich Sie, die Prüfung fortzusetzen oder mich andernfalls über die von mir zu unternehmenden Schritte zur reibungslosen Fortführung der Sachfeststellung zu belehren.

[etc pp.]

Nach allem, was ich weiß, ist das für Immatrikulationen, Exmatrikulationen, Studiengangswechsel und sonstige Verwaltungsbelange zuständige Studierendensekretariat der WWU Münster bemüht, das Amt für Ausbildungsförderung über alle Änderungen der Lebensumstände seiner “Schützlinge” auf dem Laufenden zu halten.
Zumindest war das der Fall, als ich unlängst meinen Studiengang wechselte. Nachdem ich kurzfristig das Amt für Ausbildungsförderung darüber in Kenntnis setzten wollte, war man bereits anderweitig informiert worden. Bedauerlicherweise funktioniert die Kommunikation zwischen beiden Behörden scheinbar ungleich schlechter, wenn es darum geht, meine Bildungsbemühungen zu unterstützen.
Wenn ich darin mittlerweile Methode erkenne, möge man mir bittesehr Paranoia unterstellen. Tatsache bleibt trotzdem, dass jeder, der in diesem Land eine Hochschule besuchen möchte, eher mit strukturellen Hindernissen als mit Unterstützung zu rechnen hat. Könnte ich aus Erfahrung sprechen, würde ich sogar soweit gehen, diese Aussage auf den gesamten nationalen Bildungssektor auszuweiten.

Betrübt und verärgert,
Frank

Tolle Quellen

Posted in Weltschmerz on November 20th, 2006

Nachdem Anstei so nett war, in #darl diesen Artikel von Spiegel-Online zu posten, bin ich auf was Kurioses gestoßen:

“[… ] Zudem sind vier Schüler - drei Jungen und ein Mädchen - zwischen zwölf und 16 Jahren angeschossen worden. Sie trugen Schusswunden in Brust, Bauch, Arm, Knie und Hand davon. Vier Schüler, die sich vor dem Amokläufer versteckt hatten, konnten die Einsatzkräfte befreien. […]”

Soso. Die Schüler haben also die Einsatzkräfte befreit. Lieber Autor, wolltest Du vielleicht eher Folgendes schreiben?

“[…] Vier Schüler, die sich vor dem Amokläufer versteckt hatten, konnten sich befreien und daraufhin die Einsatzkräfte alarmieren. […]”

Somit finde ich mich in meiner vormals eher diffusen Skepsis gegenüber Spiegel online nun endgültig bestätigt und verweise ganz unverbindlich auf das Online-Angebot der ZEIT
Zumindest scheint es, als wäre der betroffenen Emsdettener Schule ein deutlich größeres Desaster erspart geblieben. Vor allem da “lediglich” einer der fünf durch Schüsse Verletzten in Lebensgefahr schwebte. Die nicht nur in Computerspielen geübte Fähigkeit des Täters, bewegliche Ziele zu treffen, hätte meiner Meinung nach deutlich mehr Todesopfer fordern können. Zusammengenommen mit dem Gesamtumfang seiner Bewaffnung und der Fähigkeit gut ausgebildete Polizeibeamte durch Rauchbomben vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen, scheint dieser -horibilis dictu- glimpfliche Ausgang nicht nur durch Zufall erklärbar.
Trotzdem ist die Gefahr keinesfalls vorbei. Wie auch in vorherigen, ähnlichen Fällen, tun die Medien bereits jetzt wieder das Ihre, um die Öffentlichkeit zu vorschnellen Schlüssen zu verleiten:

    Der Täter war Counterstrike-Spieler, hat angeblich sogar seine Schule als Map nachgebaut.
    War Besitzer von “Gewaltvideos” (sprich: B-Qualität Horrorfilmchen)
    Hatte gegen Ende eine Vorliebe für “schwarze Kleidung und Springerstiefel”
    Hörte Death Metal.

Ja? Und? Inwiefern ist das Alles im Augenblick der Suche nach dem “Warum” sachdienlich? Das dient allenfalls dazu, Schlupflöcher für etwaige “Schuldige” bei der Suche nach der Verantwortung bereitzustellen. Die Schuld allein beim Täter abzuladen scheint inbesonders, da er sich bereits selber gerichtet hat, etwas platt. In diesem Sinne platt auch, unerwähnt zu lassen, dass der Täter scheinbar ein intelligenter junger Zeitgenosse war. Und genau so platt wäre es nun, die Schuld bei den gewaltverherrlichenden Computerspielen, den bösen amerikanischen Gewaltfilmen, schwarztragenden Jugendsubkulturen und mit Todesmotiven kokettierenden Musikrichtungen zu suchen.
Sinnvoller scheint es, wenn sich alle der Betroffenen gemeinsam darüber auseinandersetzen würden, wo in diesem Fall -und in allen weiteren- die Verantwortung und ihre Vernachlässigung lag und liegt. Betroffen sind dabei letztlich alle, deren Wunsch es bis heute ist, in einer Solidargemeinschaft zu leben, die sich nicht nur noch ausschließlich um die monetären Belange ihrer Mitglieder sorgt. Hier heißt das: Welche Rolle spielten Eltern, Geschwister, Lehrer, Mitschüler, ehemalige Freunde, Freunde, Mitspieler, Forennutzer und die noch weiter außen Stehenden wie “die Gesellschaft” und “die Medien”?

[Edit] Der Schwachsinn nimmt kein Ende:
tagesschau.de: Was kann man Ihrer Ansicht nach tun, um solche Taten zu verhindern?

Gallwitz: Einige Bundesländer, unter anderem Bayern, haben als Konsequenz aus dem Amoklauf von Erfurt Sicherheitsanalysen an Schulen und öffentlichen Gebäuden erstellt. Das finde ich sehr wichtig, weil die Polizei dadurch im Ernstfall schon im vornherein die Eckdaten abrufbereit hat.

Zweifellos ein beeindruckendes Beispiel für Verschwendung von Zeit, Energie und unseren hochheiligen Steuergeldern zum Zwecke der Symptombekämpfung.

Auf ein Neues

Posted in Meta on November 13th, 2006

Ja, Freunde der polemischen, schlechtrecherchierten Mittagspausen-
unterhaltung, bald geht’s hier wieder rund!